Irgendwie ist es schon komisch: Hannover schien die einzige Großstadt zu sein, über die es (fast) keinen Reiseführer gibt. Der Dumont Kunstreiseführer ist schon Jahre vergriffen. Außer ein paar lokalen Publikationen war lange nichts mehr zu bekommen. Doch das hat sich geändert. Jetzt kam Median live „Hannover“ auf den Markt. Die Taschenbuchausgabe kann zwar nicht mit einem Kunstreiseführer mithalten, doch ein paar schöne und auch neue Tipps enthält das Buch schon. Ein praktisches Geschenk für Besucher der Region. Ach ja: Ronnenberg kommt leider nicht vor.
Mit 18 wird man erwachsen. Und heute ist es genau 18 Jahre her: Die Mauer wurde geöffnet. Ein historisches Datum. Weniger „erwachsen“ gehen die meisten von uns ohne groß nachzudenken mit der deutschen Einheit um. Ganz ehrlich: Wer freut sich nicht, wenn man über einen Ossi- oder umgekehrt einen Wessi-Witz lachen kann. Man pflegt halt so seine Vorurteile. Ich manchmal auch. Leider. Bei einem bin ich mir allerdings sicher: „Wir“ Westdeutschen hätten vermutlich in einer vergleichbaren Situation nicht den Mumm gehabt, auf die Straße zu gehen und mit Risiko für Leib und Leben für die Freiheit zu demonstrieren. Davor habe ich großen Respekt und Hochachtung.
Wenn ich so den aktuellen Leserbrief-Krieg in meiner Lieblingszeitung nachvollziehe, droht unserem friedlichen Örtchen eine unheimliche Gefahr: heidnische Sitten gefährden unsere Jüngsten. Die Gefahr heißt Halloween! Da sind Sie erstaunt, ich auch. An diesem amerikanischen Brauchtum liegt mir persönlich nicht viel, vielleicht bin ich dazu schon zu alt. Aber den meisten Kindern macht es so richtig Spaß. Das kann ich verstehen, andere aber nicht und verweisen mit erhobenen Zeigefinger auf die heidnischen Ursprünge dieses Festes. Das mag geschichtlich gesehen, richtig sein. Wenn die Bedenkenträger den gleichen Maßstab an viele unsere anderen liebgewordenen Feste legen würden, dann dürfte man die meisten auch nicht mehr feiern. Viele unserer christlichen Feste haben – ob man will oder nicht – auch heidnische Vorläufer. Also: Ich denke, laßt den Kindern ihren Spaß an Halloween. Das christliche Abendland gerät dadurch sicherlich nicht in Bedrängnis! – Foto: Becky B. / flickr
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Lesen Sie Zeitungskommentare? Ich eigentlich nicht. Aber auf der Fahrt zur Arbeit liefert mir NDR inforadio das Beste (?) aus den Kolumnen diverser Blätter. Wenn man dem so glauben würde, wäre irgendwo plötzlich der Sozialismus ausgebrochen, hätte die alte SPD auf dem Hamburger Parteitag ihre roten Fahnen aus dem Keller geholt. Schlimmer noch: Durch die Änderungen an Harz IV würde die Sozialdemokratie den Pfad des Erfolges (welchen Erfolges?) verlassen. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln: Die SPD ist weder revolutionär noch sich selbst untreu geworden. Ich halte es für selbstverständlich, dass man nach einigen Jahren Harz-IV-Erfahrung ein Resümee zieht und dort, wo nachgebessert werden muss, auch nachbessert. Und da fällt mir nicht allein das Arbeitslosengeld I sondern beispielsweise auch die Rente mit 67 ein…- Übrigens, ist Ihnen schon aufgefallen: Alle die plötzlich so besorgt um die SPD sind, gehörten noch nie zu ihren Freunden, sondern kommen eher aus dem wirtschaftsliberalen Lager. Dass denen das nicht passt, wenn die SPD sich stärker auf das „Sozial“ in ihrem Namen zurückbesinnt, ist verständlich – mich stört das nicht.